Stefan Reiterer

10-10-2014  – 17-10-2014

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    Stefan Reiterer

    10-10-2014  – 17-10-2014

    In seiner künstlerischen Arbeit beschäftigt sich Stefan Reiterer mit digitalen Bildsprachen und-mustern und deren Relation zur visuell-räumlichen Wirklichkeit.Das Ausgangsmaterial der hier gezeigten Arbeit „Data SIO, NOAA, U.S. Navy, NGA, GEBCO2“ stammt von Screenshots der freien Software Google Earth.

    Diese erstellt aus Satellitenaufnahmen einen disparaten „virtuellen Globus“, auf den man über das Internet zugreifen kann. Die zweidimensionalen Darstellungen erfassen und vermessen nahezujeden Winkel der Welt, „mappen“ haltlos und mit zunehmender Qualität. Per Knopfdruckkann das zweidimensionale Bildmaterial auch dreidimensional dargestellt werden. Die verflachte Weltoberfläche wird auf ein raster-artiges geometrisches Höhenmodell aufgespannt – Brücken kleben an Bergrücken und Wohnsiedlungen zerren sich unnatürlich an Hügeln entlang. Das als Vorlage für Reiterers Arbeit verwendete Luftbildmaterial ist unterschiedlich alt, schlecht aufgelöste Bilder aus den 1980er Jahren stoßen scharf an kleinteiligere, hochauflösende Visualisierungen der letzten Jahre. Durch die eingezogenen monochromen Zacken/Furchen lässt Reiterer die zugrundeliegende virtuelle Konstruktion sichtbar werden. Die digitale Skulptur, deren Urheber ein Algorithmus ist, knickt ein und wird brüchig, fehlerhaft.

    Dieser großformatigen Übersetzung von digitaler Kartographie in Malerei stehen kleinerecollagierte oder gemalte Studien gegenüber. Sie zeigen den Gegensatz unterschiedlicher Arbeitstempi und –prozesse, malerische Teilstudien als Gegengewichte und Kontrahenten zur elaborierteren Arbeit.

    Die gezeigten Arbeiten verklammern die im Orbit kreisende, panoptische Maschine mit derminutiösen, zeit- und arbeitsintensiven „klassischen Atelierarbeit“ des Einzelnen. Die verschiedenen Schnittstellen der Bildbearbeitung, in deren Kette sich der Künstler selbst einreiht, zeigen nicht nur einen Wandel im Entstehungsprozess an. Sie verkomplizieren vielmehr die Beziehung unterschiedlicher Methoden der Bildgenerierung, vereiteln Rückschlüsse von der einen Technik auf die andere und lassen diese dadurch jeweils in anderem Licht erscheinen.

    Andrea Popelka

    Fotos: Gernot Eder